Musikdokumentationsstelle des Landes Vorarlberg (3537 Byte)

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Gerold Amann

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Stilmerkmale der Kompositionstechnik von Gerold Amann

Gerold Amann entwickelt seine Musik nicht aus musikhistorischen Gegebenheiten, sondern sucht nach alternativen kompositorischen Ausgangsmaterialien. Sein Desinteresse an Trends innerhalb der sogenannten Neuen Musik macht ihn zum Außenseiter, zumal sein Augenmerk viel mehr auf naturwissenschafltiche, psychologische und philosophische Wissensgebiete, die er sich für seine kompositorische Arbeit zunutze macht, gerichtet ist. Musikalische Quellenmaterialien sind meistens Schallereignisse oder andere Gegebenheiten aus der Natur und Umwelt.

Jahrelang beschäftigte sich Amann mit Tonbandaufzeichnungen von Vogelgesängen und Umweltschall, die er verlangsamte, transkribierte und in Form von Kompositionsstudien musikalisch verarbeitete. Sein Bestreben lag in der Suche nach isomorphen Binnenstrukturen, denn Amann ist überzeugt davon, daß ganz bestimmte Naturgesetzmäßigkeiten die verschiedensten Schallereignisse bedingen. Diese ausfindig zu machen und musikalisch zu verarbeiten, war bis Ende der achtziger Jahre sein kompositorisches Hauptinteresse.

Dann wurde die Rhythmik für die Werkkonzeptionen wichtig, denn das musikalische Geschehen wurde hauptsächlich nach ihr ausgerichtet. Damit verbunden sind Zahlenverhältnisse, denen Analogien zwischen rhythmischen Tondauernverhältnissen, Zahlenverhältnissen der Obertonreihe und den gebräuchlichen Intervallen zugrunde liegen. Amann beschäftigte sich auch den Keplerschen Planetenberechnungen.

Das Anliegen, gesellschaftlich relevante Aktivitäten zu setzen, war und ist im kompositorischen Schaffen von Gerold Amann bedeutend. Er bekundet dies, wenn er seine Ausgangsüberlegungen formuliert: "Ich versuche Laienspiele zu machen, die nicht einfach nur schlechter gespielte Profitheater sind. Mit anderen Worten, was Laien gültig machen können, sind Gruppenleistungen, Chöre, Tanzgruppen, aber auch ganz andere Dinge, wie etwa Motorradfahren."

Seit einiger Zeit beschäftigt sich Gerold Amann wieder zunehmend mit der Transformation von Schallereignissen und Naturlauten, die wesentliche Voraussetzungen für die Konzeption der melodischen Linien seiner neuesten Werke sind.